Short Story – The Rules of Nonno
Ein italienischer Nonno hat seine ganz eigenen Regeln und Prinzipien.
Wir wissen ja: Ohne die Nonna geht in einer italienischen Familie nichts. Aber ebenso wenig ohne den Nonno. Denn er ist ganz sicher derjenige, der alles im Blick hat.
Wenn ihr an einen italienischen Nonno (Opa) denkt, was seht ihr vor euch?
Einen grauhaarigen, leicht korpulenten Mann mit durchdringendem Blick, der immer alles und jedem im Auge behält? Oder einen älteren, schweigsamen, gemütlichen Herrn, dessen Güte und Freundlichkeit in seinen Augen liegen?
Ein Nonno ist das Oberhaupt der Familie. Auch wenn insgeheim vielleicht doch eher die Nonna das Sagen hat. Aber psst: Das behalten wir lieber für uns 😉
Es gibt unzählige Geschichten über diesen Mann namens Nonno, der scheinbar zufällig auf seinem Stuhl vor dem Haus sitzt. Zufällig natürlich nur rein optisch. In Wahrheit entgeht ihm nichts. Absolut nichts.
Nonno kann alles reparieren, weiß über jede Baustelle im Umkreis Bescheid und kennt jede Abkürzung, auch wenn sie offiziell gar keine ist.
Er braucht kein Internet. Die Straße ist sein News-Portal.
Und ähnlich wie bei den Nonnas gilt: Es gibt viele von ihnen. Und doch haben sie erstaunlich viel gemeinsam.
Es gibt einige Regeln, die in Nonnos Welt gelten und die du besser beachten solltest.
Rules of Nonno
- „Das machen wir selbst.“: Wenn Nonno sagt: “Dafür brauchen wir nur ein bisschen Zement”, dann bedeutet das: Du holst den Zementmischer. Eine Handwerkerfirma? Kommt nicht in Frage.
- Enkelkinder Regel: Lässt du dein Kind bei ihm, bekommt es alles, was es sich wünscht. Wirklich alles. Also versteck vorsichthalber die Schokohasen, die erst in ein paar Wochen im Osterkörbchen liegen sollen. Und vielleicht auch den Likör.
- Nonno weiß Bescheid: Was entsteht an der Baustelle die Straße runter? Frag Nonno. Er hat die Lage bereits observiert und mit den Bauarbeitern vor Ort bereits einen Espresso getrunken.
- Licht aus! Verlässt du einen Raum, wird das Licht ausgemacht. Sofort. „Willst du die ganze Straße beleuchten?!“ Strom sparen ist kein Vorschlag. Es ist ein Lebensprinzip.
- Die Heizung ist kein Spielzeug: Dir ist kalt? Zieh dir etwas an. Noch etwas. Und vielleicht noch eine Weste. Die Heizung bleibt, wo Nonno sie haben will.
- Der Nonno-Walk: Hände hinter dem Rücken verschränkt. Langsamer, würdevoller Gang. Wachsamer Blick. Ein Spaziergang ist keine Bewegung. Es ist eine Inspektion.
- Kaffee geht immer: Egal wie spät es ist. Ein Espresso passt immer. Und wenn du keinen willst, willst du eigentlich doch einen.
- Der Fernseher gehört Nonno: Fernbedienung? In seiner Hand. Und es läuft entweder Nachrichten, Fußball oder ein alter italienischer Film. Es gilt eine Ausnahme: Wenn gerade die Seifenoper von Nonna läuft, dann bloß Hände weg vom Fernseher.
Ein Nonno wirkt vielleicht streng.
Vielleicht ist er ein bisschen stur.
Vielleicht überzeugt davon, dass früher wirklich alles besser war.
Aber wenn jemand seine Familie schief anschaut, steht er da.
Und wenn du ihn brauchst, ist er sowieso schon längst neben dir.
Ein italienischer Nonno braucht kein WLAN.
Er ist selbst das Netzwerk.
Und wenn er mit verschränkten Händen hinter dem Rücken langsam die Straße entlanggeht,
dann weiß man:
Das Viertel ist sicher.
Zumindest solange überall das Licht aus ist. 😉
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