Schreib dir selbst einen Brief

Ich habe mir selbst einen Brief geschrieben. Und ehrlich? Ich hätte nicht gedacht, wie sehr mir das helfen würde.
Die Idee dahinter

Vor einiger Zeit habe ich gemeinsam mit Jakub an einem Motivations-Workshop für Autor:innen teilgenommen. Für alle, die gerade mitten in ihrem Projekt stecken und vielleicht genau wissen, wie schwer es manchmal ist, dranzubleiben.

Irgendwann kam dort die Aufgabe:

Schreib dir selbst einen Brief zu deinem aktuellen Projekt.
Erklär dir darin, wo du gerade stehst.
Was dich blockiert. Was dir schwerfällt und was du dir wünschen würdest.

So, als würdest du es einer anderen Person erklären.

Du kannst diesen Brief für dich behalten
oder ihn jemandem schicken.

Ich habe meinen damals an Jakob geschickt.
Irgendwie logisch.

Und dann habe ich ihn vergessen

Drei Monate später habe ich diesen Brief wieder gelesen.

Und plötzlich war da dieser Moment:
Ach, das war damals mein Problem.

Dieser eine Punkt, an dem ich festhing. Dieser Zweifel. Diese Unsicherheit in meinem Buchprojekt.

Und weißt du, was ich dann gemacht habe?

Ich habe mir selbst geantwortet.

Wenn du dein eigener Ratgeber wirst

Ich habe meinen alten Brief genommen und angefangen, darauf zu antworten.

So, als würde ich einer Freundin helfen.

„Du könntest es doch so lösen.“
„Warum probierst du nicht das?“
„Vielleicht hilft dir dieser Ansatz.“

Und auf einmal war alles irgendwie klarer.

Der Blick von außen auf dich selbst

Das Spannende ist:
Wenn du deine Gedanken aufschreibst, entsteht automatisch Abstand.

Du bist nicht mehr komplett im Problem gefangen.
Du schaust von außen drauf.

Und genau dann entstehen oft die besten Lösungen.

Perfektes Timing: Mein Manuskriptgutachten

Kurz danach habe ich auch mein Manuskriptgutachten von meiner Lektorin zurückbekommen.

Und plötzlich konnte ich alles miteinander verbinden:

  • – das Feedback von außen
  • – meine eigenen Gedanken aus dem Brief
  • – und meine neuen Ideen

Ich konnte die Punkte, die ich mir selbst beantwortet habe, direkt in mein Projekt einarbeiten.

Und ich denke mein Buch wird dadurch klarer.

Vor allem aber:
Das Gefühl, das ich transportieren will, wird greifbarer.

Das funktioniert nicht nur beim Schreiben

Ich bin überzeugt:
Das gilt nicht nur für Buchprojekte.

Sondern für alles im Leben.

Wenn du irgendwo feststeckst…
Wenn du nicht weißt, wie es weitergeht…
Wenn sich alles im Kopf dreht…

Dann schreib dir selbst einen Brief.

Warum Schreiben so kraftvoll ist

Ich habe jahrelang Tagebuch geführt.
Und ich merke immer wieder:

Gedanken aufzuschreiben ist etwas völlig anderes,
als sie nur im Kopf zu bewegen.

Auf Papier werden sie klarer. Greifbarer. Ehrlicher.

Schreib dein Problem auf. Ganz konkret.

Und oft passiert dann etwas ganz von allein:
Die Lösung wird sichtbar.

Mein Tipp für dich

Schreib es auf. Und dann: leg es weg.

Nicht für einen Tag.
Vielleicht für Wochen. Oder sogar Monate.

Und wenn du zurückkommst,
siehst du alles mit anderen Augen.

Vielleicht hat sich das Problem längst gelöst.
Vielleicht hast du plötzlich eine Idee.

Oder du wirst zu deinem eigenen Ratgeber.

Und vielleicht ist genau das die Lösung

Manchmal suchen wir Antworten überall.
Dabei tragen wir viele davon längst in uns.

Wir müssen ihnen nur Raum geben.

Und manchmal beginnt das alles
mit einem einfachen Brief an uns selbst.

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