Mama sein kann manchmal einsam sein

Vor allem in dieser dunklen Jahreszeit fühlt sich das Mama-sein oft besonders einsam an.
Ich frage mich, was meine Freundinnen wohl gerade tun.
Da sie selbst Mamas kleiner Kinder sind, kann ich es mir gut vorstellen.
Sie überleben.
Kämpfen sich durch Infekte, versuchen alles unter einen Hut zu bekommen und hoffen, sich nicht selbst anzustecken, während die ganze Familie flachliegt.

Wenn Mama krank ist, aber nicht ausfallen darf

Doch auch die stärkste Mama bleibt von diesen Monsterinfekten nicht verschont.
Irgendwann erwischt es uns alle und wir liegen flach.
Wobei „flachliegen“ vielleicht das falsche Wort ist.
Denn Mütter liegen selten wirklich flach.
Wir funktionieren weiter. Nur langsamer, müder und weniger verständnisvoll.
Dann gibt es eben kein liebevoll angerichtetes Essen.
Der Fernseher übernimmt öfter mal die Rolle des Babysitters.
Die Kinder laufen in den verdreckten Stiefeln vom Vortag herum.
Und die Tupperdose für die Kita ist nur halb so nahrhaft, weil einfach keine Kraft mehr da war, noch einkaufen zu gehen.

Zwischen Hustenanfällen und Sprachnachrichten

Mama kleiner Kinder zu sein bedeutet, die eigenen Freundinnen wochenlang nicht zu sehen.
Stattdessen tauscht man kurze Nachrichten aus, zwischen Tür und Angel, zwischen zwei Hustenanfällen und einer schlaflosen Nacht.
Mutter sein kann einsam sein, selbst dann wenn man weiß, dass man nicht allein ist.

Während ich also erkältet im Kickboxkurs meiner Tochter sitze, fast einschlafe und mehr abwesend als anwesend bin, frage ich mich, ob es den anderen Müttern wohl ähnlich geht.
Ob auch sie sich insgeheim eine Pause erhofft haben und nicht, dass sie selbst nun einen Parcour ablaufen müssen, weil ihr Kind allein nicht mitmachen möchte.
Obwohl wir alle fast dasselbe durchmachen, fühlt es sich oft so an, als hätten alle anderen noch ein Leben, nur wir gerade nicht.
Denn unseres gehört unseren Kindern.

Die Sehnsucht nach einer kleinen Pause

Und trotzdem ist da diese Sehnsucht.
Einfach einmal ohne Kinder in einem Café sitzen.
Mit Freundinnen reden. Lachen. Durchatmen.
Doch kaum steht ein Termin für ein Treffen, wird er wieder abgesagt.
Ein Virus geht um. Schon wieder.
„Oh je, das geht gerade rum“, höre ich diesen Winter hunderte Male, während ich denselben Satz selbst schon genauso oft gesagt habe.

Es wird wieder leichter, irgendwann

Es wird Zeit, dass die Tage länger werden.
Dass die Temperaturen steigen.
Dass der Frühling an unsere Tür klopft und wir ihm lächelnd öffnen.
So, wie wir hoffentlich bald auch unseren Freundinnen wieder die Tür öffnen.

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